Total Resource Management im Kontext von Industrie 4.0 | BOLDLY GO INDUSTRIES, die Innovations- und Technologieberatung

Total Resource Management im Kontext von Industrie 4.0

Total Resource Management im Kontext von Industrie 4.0

Industrie 4.0 als Wegbereiter in ein neues Zeitalter, als Wunderwaffe zur optimalen Ressourcennutzung, als Allheilmittel aller industriellen Sorgen. Die Erwartungen an den Begriff Industrie 4.0 könnten höher nicht sein. Der effiziente Umgang mit Ressourcen gilt als ein zentrales Element dieser sogenannten vierten industriellen Revolution. Erfolgreiche Beispiele der Umsetzung gibt es bereits in Hülle und Fülle („Landkarte Industrie 4.0“). Doch sind diese Beispiele im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung nachhaltig und ergo auch effizienter im Umgang mit Ressourcen? Und was hat die Populationskurve von Bakterien mit dem Ressourcenverbrauch der Menschheit und einem effizienten Ressourceneinsatz zu tun?

Industrie 4.0 und wo bleibt die Nachhaltigkeit?

Industrie 4.0 Anwendungen verfolgen das Ziel Prozesse zu optimieren und die Effizienz zu steigern. Damit einher gehen sehr oft ökonomische Interessen. Im industriellen Bereich sollen Kosten gesenkt, Erträge generiert und Zeit gespart werden. Der effiziente Ressourceneinsatz spiegelt letztlich einen monetären Wert wider. Er definiert sich in aller Regel aus dem verbrauchten Material im Verhältnis zu einer vorgegebenen Kennzahl (Soll-Wert, Ausschuss, Nacharbeitskosten, …).

Effizienter Ressourceneinsatz wird folglich gleichgesetzt mit der Minimierung von Ausschuss bzw. der Reduktion des eingesetzten Materials für das vorgesehene Produkt. Aber ist das verwendete Material dasjenige, welches für den bestimmten Zweck am besten geeignet ist? Dürfen rein monetäre Vorgaben über die Wahl des Materials entscheiden? Oder sollten nicht ökonomische, ökologische und auch soziale Gesichtspunkte ausschlaggebend dafür sein?

Für einen Unternehmer, einer Person, die in der Mehrheit dazu tendiert den Wesenszügen eines Homo oeconomicus zu folgen, sind diese Fragen von untergeordneter Bedeutung. Wesentlich ist was am Ende unter dem Strich steht – eine (hoffentlich) schwarze Zahl mit möglichst vielen Stellen vor dem Komma. Ob diese Zahl auf recyclebarem Papier bzw. durch wiederverwertbare Materialien entsteht oder ökologische, bzw. soziale Schatten wirft, ist der Zahl nicht zu entnehmen. Monetäre Werte sind quantitativ sehr leicht zu erfassen. Dies trifft auf ökologische und soziale Werte nicht zu. Ihre Erfassung kann in einem ersten Schritt nur qualitativ geschehen. In vielen Branchen ist dies auf Managementebene noch ein „No-Go“.

Wenn aus einer eindimensionalen Sichtweise plötzlich eine mehrdimensionale wird

Effizienter Ressourceneinsatz darf nicht eindimensional betrachtet werden. Effizienz sollte sich nicht rein durch ökonomische Kennzahlen widerspiegeln. Vielmehr bedarf es einer mehrdimensionalen (ganzheitlichen) Betrachtung um den Einsatz von Ressourcen bewerten zu können. Einige wenige Firmen befinden sich bereits auf dem richtigen Weg. Ökologische und soziale Aspekte werden mit Hilfe verschiedener Methoden (zum Beispiel mit Hilfe von Hot-Spot Analysen) quantitativ bewertet. Dies kommt vor allem zum Zug, wenn es um die Auswahl neuer Materialien geht (zum Beispiel bei der Beurteilung, ob eine neue Schokoladensorte produziert werden kann/darf). Mit Hilfe einer Nutzwertanalyse werden die zu betrachtenden Faktoren gewichtet und das Material anschließend hinsichtlich sozialer, ökologischer und ökonomischer Gesichtspunkte bewertet.

Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob die ausgewählten Faktoren keine gegenseitige Wirkung aufeinander ausüben. Dies kann mit Hilfe einer Nutzwertanalyse nicht erfasst werden. In einem Spannungsumfeld (bzw. Zieldreieck) dürfen diese gegenseitigen Auswirkungen nicht außer Acht gelassen werden. Die Gefahr einer Zielantinomie (Zielkonkurrenz) ist gerade in Nachhaltigkeitsaspekten von großer Bedeutung.

 

Die vorliegende Grafik veranschaulicht Faktoren aus dem Makroumfeld von Unternehmen. Der Wert auf der Abszisse verdeutlicht dabei inwieweit ein Faktor in der Lage ist einen anderen zu beeinflussen. Der Ordinatenwert demonstriert, wie stark der betreffende Faktor von anderen beeinflusst wird. Das Schaubild ist dabei das Ergebnis einer deutschlandweiten Unternehmensbefragung, die bereits ein Industrie 4.0 Anwendungsbeispiel umgesetzt haben. Die Blasengröße geben die absolute Bedeutung des jeweiligen Faktors an.

Technologie hop, Ökologie flop

In einem sind sich die Befragten einig – technologische Faktoren, die aus den Anforderungen der Umsetzungsstrategie Industrie 4.0 abgeleitet sind, besitzen die höchste Bedeutung und gelten sowohl als starke Beeinflusser bzw. stark beeinflussbar. Es ist zu erkennen, dass ökonomische Ziele jedoch eine fast ebenso wichtige Rolle einnehmen. Enttäuschend hingegen wird sowohl die Bedeutung, als auch die Beeinflussbarkeit von ökologischen Gesichtspunkten bewertet. Diese Beurteilung kann auch für weitere Faktoren getroffen werden (siehe Grafik).

Doch damit nicht genug – selbst die ökonomischen Faktoren Entsorgungskosten und Rohstoffkosten spielen nur eine untergeordnete Rolle (erstere sind sogar vollkommen unbedeutend). Dies bestätigt die zu Beginn gestellte These, dass eine ganzheitliche, nachhaltige Betrachtung nur bedingt vorgenommen wird und damit auch nicht zwangsläufig eine verbesserte Ressourceneffizienz mit sich bringen muss.

Was hat das mit der Populationskurve von Bakterien zu tun?

Die Ressourcen unserer Erde sind endlich. Wir betrachten sie in unserem Handeln jedoch oft als unendlich. Der verschwenderische Umgang mit Ressourcen in weiten Teilen der Erde ist auf eine andere Art nicht zu begründen. Betrachten wir die Entwicklung der Weltbevölkerung mit der Populationskurve von Bakterien so sollte die folgende kritische Frage erlaubt sein:

„Laufen wir, als Homo Sapiens, nicht sehenden Auges in unser eigenes Verderben?“

Die Value Landscape Initiative

Damit dies nicht geschieht, forscht BOLDLY GO INDUSTRIES an Methoden und entwickelt Technologien, um Werte in der heterogene System- und Produktionslandschaft aufzuzeigen. In der Industrie 4.0 schafft Vernetzung Dynamik und Kompliziertheit durch die breite Landkarte an unternehmensinternen und –externen Einflussgrößen und die heterogenen Wechselwirkungen dieser Einflussgrößen untereinander. Es zeigt sich ein Integrationsdefizit der gesamtheitlichen Wertelandkarte und der Wechselwirkung bisher getrennt betrachteter Bereiche. Die Initiative Value Landscape soll helfen diese Wertepotentiale in der Ära Industrie 4.0 aufzudecken. Ein neues Verständnis von Total Resource Management und auch Nachhaltigkeit geht damit einher.

Durch den Value Landscape Ansatz soll es Unternehmen ermöglicht werden ihre existierende Daten-Komplexität in bedeutende und nachhaltige Werte zu wandeln.

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